Die Miete steht an, der Stromabschlag wird fällig und gleichzeitig drängt ein Ratenanbieter auf Zahlung. Wenn das Geld nicht für alles reicht, brauchst du eine klare Reihenfolge. Die Verbraucherzentrale NRW rät in einer Mitteilung vom 2. November dazu, zuerst die laufenden Ausgaben zu prüfen und existenzielle Zahlungen abzusichern. Neue Kredite für alte Rechnungen können die Lage zusätzlich verschärfen.
Zahlungsprioritäten | Sichere zuerst Wohnung und Lebensunterhalt
Miete, Energie, Lebensmittel und notwendige Medikamente haben Vorrang. Je nach Lebenssituation kommen weitere unverzichtbare Verpflichtungen hinzu, etwa Unterhaltszahlungen. Entscheidend ist, was deine grundlegende Versorgung sichert. Lass dich dabei nicht allein davon leiten, welcher Gläubiger am häufigsten schreibt.
Erstelle dafür eine Liste mit deinem verfügbaren Geld, den nächsten sicheren Einnahmen und allen bis dahin fälligen Zahlungen. Notiere auch kleinere Raten und aufgeschobene Onlinekäufe. Eine einzelne Monatsrate wirkt oft überschaubar, mehrere zusammen können den Spielraum aber aufbrauchen.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Stehen dir 1.300 Euro zur Verfügung und benötigst du davon 750 Euro für die Warmmiete, 80 Euro für Strom und 300 Euro für Lebensmittel sowie notwendige Medikamente, bleiben 170 Euro. Weitere notwendige Ausgaben sind dabei noch nicht berücksichtigt. Eine zusätzliche Rate von 150 Euro würde deshalb fast den gesamten rechnerischen Rest beanspruchen.
Prüfe außerdem, ob Unterstützung wie Wohngeld oder Kinderzuschlag infrage kommt. Ob ein Anspruch besteht, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Warte mit der Prüfung möglichst nicht, bis bereits größere Rückstände entstanden sind.
Hilfe | Vereinbare nur Raten, die du wirklich tragen kannst
Zeichnet sich ab, dass du Miete oder Energie nicht rechtzeitig bezahlen kannst, nimm früh Kontakt zum Vermieter oder Versorger auf. Eine mögliche Ratenzahlung muss neben den laufenden Kosten bezahlbar bleiben. Lass dir die vereinbarte Lösung schriftlich bestätigen.
Auch bei Mahnungen lohnt sich eine genaue Prüfung: Stimmen Forderung, Betrag und zusätzliche Gebühren? Unterschreibe bei Zweifeln nicht vorschnell eine Ratenvereinbarung, sondern hole dir Unterstützung. Die Priorisierung deiner Ausgaben beseitigt andere Zahlungspflichten nicht.
Wenn Rechnungen liegen bleiben oder dein Konto regelmäßig überzogen ist, ist eine anerkannte Schuldnerberatung sinnvoll. Anlaufstellen findest du bei Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen. Viele gemeinnützige Angebote sind kostenlos. Über die Beratungsstellensuche auf meine-schulden.de kannst du nach Angeboten in deiner Nähe suchen.
Frage trotzdem vorab nach den gesamten Kosten. Ein kostenloses Erstgespräch bedeutet nicht automatisch, dass die weitere Beratung kostenlos bleibt. Vorsicht ist geboten, wenn ein Anbieter schnelle Entschuldung verspricht oder dich zum Abschluss weiterer Verträge drängt.
Für den ersten Termin helfen Kontoauszüge, Einkommensnachweise und eine vollständige Sammlung der Rechnungen und Schreiben. So lässt sich gemeinsam klären, welche Verpflichtungen bestehen und welche Lösung zu deinem tatsächlichen Budget passt.

