Kostenloses Spiel, echte Rechnung: So begrenzt du In-Game-Käufe

Das Spiel kostet nichts, die neue Ausrüstung aber schon. Wer beim Zocken regelmäßig kleine Extras kauft, kann schnell mehr ausgeben als geplant. Die Verbraucherzentrale NRW warnt in einem aktuellen Hinweis vom 29. Oktober vor Kaufanreizen in Videospielen. Mit Kinderkonten, passenden Kaufsperren und einem Budget in Euro kannst du gegensteuern.

Kostenfallen | Rechne Münzen und Diamanten in Euro um

Virtuelle Währungen machen Preise schwerer vergleichbar. Für einen Gegenstand werden beispielsweise Punkte statt Euro verlangt. Dazu kommen Countdown-Angebote, auffällige Shop-Schaltflächen und digitale Überraschungspakete, sogenannte Lootboxen. Deren Inhalt hängt vom Zufall ab. Wer auf einen bestimmten Gegenstand hofft, kann dadurch immer wieder zum Kauf verleitet werden.

Für deinen Geldbeutel hilft eine einfache Regel: Entscheide über den Eurobetrag, bevor du das Spiel öffnest. Zehn Käufe zu jeweils 6,99 Euro ergeben bereits 69,90 Euro. Ein fester Monatsbetrag macht solche Ausgaben sichtbar. Ist das Budget aufgebraucht, wird nicht nachgeladen, auch wenn ein Angebot angeblich gleich verschwindet.

Besprich mit deinem Kind außerdem den Unterschied zwischen einem gezielt gekauften Extra und einer bezahlten Zufallschance. Bei Lootboxen weißt du vorher gerade nicht, ob der gewünschte Inhalt dabei ist.

Bild: cromaconceptovisual from Pixabay

Kindersicherung | Diese Einstellungen begrenzen Käufe

Richte für dein Kind ein eigenes Kinderkonto ein und sichere dein Erwachsenenprofil gegen unbefugten Zugriff. Danach prüfst du die Kaufbeschränkungen auf jeder genutzten Plattform:

  • iPhone und iPad: Aktiviere die Bildschirmzeit. Laut aktueller Apple-Anleitung findest du die Sperre unter Einstellungen > Bildschirmzeit > Apps & Websites > App Store > In-App-Käufe > Blockiert. Für ein eigenes Kindergerät kannst du über die Familienfreigabe alternativ Kaufanfragen nutzen. Menübezeichnungen können je nach Systemversion abweichen.
  • Android mit Google Play: Wähle in Family Link dein Kind aus und öffne Einstellungen > Google Play. Unter den Genehmigungen für Käufe und Downloads kannst du festlegen, dass beispielsweise alle kostenpflichtigen Inhalte eine Freigabe benötigen. Diese Kontrolle gilt ausschließlich für das Abrechnungssystem von Google Play. Andere Zahlungswege werden dadurch nicht erfasst.
  • PlayStation: Prüfe in der Familienverwaltung beim Kinderkonto das monatliche Ausgabelimit. Sony setzt es standardmäßig auf null. Kontrolliere, ob es zwischenzeitlich erhöht wurde. Auf der PS5 liegt die Familienverwaltung unter Einstellungen > Familie und Kindersicherung.
  • Xbox: Aktiviere beim Kinderkonto in den Familieneinstellungen für Käufe im Microsoft Store die Funktion „Eltern fragen“. Schütze zusätzlich dein eigenes Konto, damit Käufe nicht darüber laufen.

Kontrolliere anschließend gemeinsam, welches Konto im Spiel tatsächlich angemeldet ist. Eine Freigabe im App-Store schützt außerdem nicht automatisch einen separaten Webshop des Spieleherstellers. Prüfe solche Zahlungswege zusätzlich.

Ist bereits eine unerwartete Abbuchung erfolgt, sichere Kaufbelege und wende dich zeitnah an den zuständigen Store oder Spieleanbieter. Eine Erstattung hängt vom Einzelfall ab. Bei Käufen Minderjähriger ohne deine Zustimmung kann die Verbraucherzentrale bei der Prüfung helfen.

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