Beim Duschen zahlst du für Wasser, Abwasser und die Energie zum Erwärmen. Wer den Verbrauch senkt, kann deshalb an mehreren Stellen sparen. Wie groß das Potenzial in deinem Bad ist, findest du mit einem Eimer und einer Stoppuhr heraus.
Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt kürzere Duschzeiten und wassersparende Armaturen. Bevor du einen neuen Duschkopf kaufst, lohnt sich jedoch eine Messung. Denn wenn deine vorhandene Brause bereits wenig Wasser durchlässt, fällt der zusätzliche Spareffekt entsprechend kleiner aus.
Verbrauch | Mit Eimer und Stoppuhr nachmessen
Stelle einen Eimer mit bekannter Füllmenge in die Dusche. Lass die Brause mit deiner üblichen Einstellung laufen und stoppe, wie lange es bis zur Markierung dauert. Für einen Zehn-Liter-Eimer teilst du anschließend 600 durch die gemessenen Sekunden. Das Ergebnis ist der Durchfluss in Litern pro Minute.
Braucht der Eimer beispielsweise 50 Sekunden, fließen zwölf Liter pro Minute. Bei fünf Minuten laufendem Wasser sind das 60 Liter pro Dusche. Mit einer Brause, die unter denselben Bedingungen acht Liter pro Minute liefert, wären es 40 Liter.
Bei einer solchen Dusche täglich ergibt die Differenz von 20 Litern über 365 Tage insgesamt 7.300 Liter beziehungsweise 7,3 Kubikmeter. Setzen wir beispielhaft fünf Euro je Kubikmeter für die verbrauchsabhängigen Wasser- und Abwasserkosten zusammen an, entspricht das 36,50 Euro pro Jahr. Die Ersparnis beim Erwärmen kommt zusätzlich hinzu.
Das ist eine Modellrechnung für eine täglich duschende Person. Deinen tatsächlichen Betrag bestimmen unter anderem Duschdauer, örtliche Gebühren und Warmwassertechnik. Feste Grundgebühren sinken durch weniger Verbrauch nicht. Duschst du nach dem Wechsel länger, schrumpft der Spareffekt.
Technik | Sparbrause und Warmwasseranlage müssen zusammenpassen

Achte beim Kauf auf die angegebene Literzahl pro Minute. Die Verbraucherzentrale empfiehlt weniger als neun Liter. Ein Aufdruck wie „Eco“ allein sagt dagegen wenig über den tatsächlichen Verbrauch aus. Wiederhole die Messung nach dem Austausch, damit du den Unterschied unter deinen Bedingungen kennst.
Bei älteren hydraulischen Durchlauferhitzern ist Vorsicht nötig: Sie benötigen einen bestimmten Mindestdurchfluss und funktionieren deshalb nicht mit jedem Sparduschkopf zuverlässig. Prüfe vor dem Kauf die Herstellerangaben. Bleibt das Wasser nicht gleichmäßig warm, passt das Zubehör möglicherweise nicht zum Gerät.
Die Temperatur eines zentralen Warmwasserspeichers solltest du zum Sparen nicht eigenmächtig absenken. Für die Trinkwasserhygiene sind ausreichend hohe Systemtemperaturen wichtig. Das Umweltbundesamt nennt mindestens 60 Grad am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 Grad im warm gehaltenen Leitungssystem.
Einfacher lässt sich der Verbrauch über eine kürzere Laufzeit senken. Schon eine Minute weniger spart bei zwölf Litern pro Minute zwölf Liter Duschwasser. Prüfe deshalb zuerst Durchfluss und Duschdauer, bevor du Geld für neue Technik ausgibst.

